Landltour Oberösterreich
Für ein Zeichen der Inklusion und Menschlichkeit, fährt man schon mal gerne zwei Stunden. Und so auch am 24. April, denn wir nahmen bei der Landltour der Landjugend Oberösterreich teil.
Erste Station war der integrative landwirtschaftliche Betrieb „Loidholdhof“ in St. Martin im Mühlkreis. Hier arbeiten Menschen mit Beeinträchtigung gemeinsam auf dem Hof. Zu ihren Aufgabenbereichen fallen jegliche Tätigkeiten, die eben so auf einer Landwirtschaft anfallen – unterstützt bei Bedarf von den Betreuern. Der Hof ist sehr vielfältig aufgebaut. Neben den Stallungen mit alten Rinderrassen, Esel und vielen Hühnern, gibt es auch eine hofeigene Tischlerei, eine Kräuterwerkstatt und noch vieles mehr. Beispielsweise wird auch das eigene Mehl verpackt und die Säcke direkt zugenäht. Für eine kleine Stärkung kann man gern ein das Hofcafé schauen und sich Kaffee und Kuchen holen. Und zu guter Letzt durften wir auch noch das Wohnhaus betrachten, das ebenfalls großzügig ausgestattet ist: schöne Zimmer, ein Speisesaal und vor allem eine große Terrasse für schöne Sommertage.
Unsere zweite Station führte uns zum geschichtsträchtigen Schloss Hartheim. Hier wurden im zweiten Weltkrieg Menschen mit Beeinträchtigung vergast. Eigentlich wird das Schloss gerade renoviert – umso besser für uns, denn so hatten wir das gesamte Schloss für uns allein. Zuallererst wurden wir unten durch die Museumsräume begleitet. Und so bekamen wir Einblicke, wie der Tötungsprozess von Anfang bis Ende abgelaufen ist. Besonders eindrucksvoll waren die Tafeln mit den Namen der Menschen, die hier in Hartheim vergast wurden. Noch heute bringen ihre Verwandten oft Kerzen und Blumen als Andenken mit und legen sie beim jeweiligen Namen nieder. Weiter ging es zur Ausstellung „Wert des Lebens“, bei der es um den „perfekten“ Menschen geht. Wir beenden die Tour in einem Raum, der von beeinträchtigen Personen des Instituts Hartheim gestaltet wurde – ein ganz besonderer Abschluss.
Danke der Landjugend Oberösterreich für die tolle Landltour!
